Beschreibung der unterschiedlichen Herstellungsverfahren
1.) Verfügbarkeit:
| Standarddiäten | Sonderdiäten ("Purified") | |
| Pellet (Pressling) | X | X |
| Extrudat | X | - |
| Mehl / Puder | X | X |
a) Pelletierung:
Die Pelletierung oder Pressung ist ein mechanisches Verdichtungsverfahren bei dem das vermischte, homogenisierte Ausgangsprodukt in Mehlform durch Druck zu Pellets verdichtet wird. Das Mehl wird hierbei kontrolliert (konditioniert) der Pelletpresse zugeführt. Mittels sogenannten Kollern (Walzen) wird das Ausgangsprodukt durch die Presskanäle (Bohrungen in einer Stahl oder Bronzematrize) gedrückt. Am Ende der Presskanäle wird das Produkt von Messern auf die spezifizierte Länge abgeschnitten. Bei der Pelletierung können kurzzeitige Temperaturen, bedingt durch Reibungswärme, von 50-85°C an der Oberfläche der Presslinge entstehen.
b) Extrusion:
Bei der Extrusion handelt es sich um ein mechanisch-thermisches Formgebungsverfahren.
In einem (semi-) kontinuierlichen Verfahren wird das vermischte Ausgangsprodukt (Mehl) zunächst durch den Extruder (Schneckenpresse) durch direkte (Wasserdampfzugabe) und indirekte Erhitzung (Reibungswärme) auf Temperaturen von über 100°C gebracht und homogenisiert. Mittels enormem Druck wird das Produkt durch eine Düse gepresst (Verdichtungsschnecke) und erstarrt beim Austritt (Expansion) durch Druckabfall (Wasser verdampft). Im Gegensatz zur Pelletierung wird bei der Extrusion ein erheblicher Stärkeaufschluß erzielt. Durch die Erhitzung sind die extrudierten Futtermittel keimärmer und charakterisiert durch eine niedrigere Restfeuchte im Produkt. Durch die Hitzeeinwirkung beim Herstellungsprozess werden einige hitzesensible Vitamine und Aminosäuren deutlich reduziert, so dass diese im Vorfeld in höherer Konzentration zugegeben werden müssen.
c) Mehlform:
Produkte in Mehlform werden zunächst vermischt. Zur Homogenisierung wird das Mehl anschließend mittels Hammermühle oder Walzenstuhl zerkleinert.
2.) Vor- und Nachteile der verschiedenen Produktformen:
Pelletierte Produkte stellen die gebräuchlichste Darreichungsform dar. Über 95% der innerhalb versuchtierkundlicher Einrichtungen verwendeten Futtermittel werden als Pellets verabreicht. Extrudate und Produkte in Mehlform stellen eine eher weniger gebräuchliche Produktform dar. Die Verwendung von fein-vermahlenen Produkten (Mehlform) ist sehr gering, da die Akzeptanz der Tiere (insbesondere der Nagetiere) sehr gering ist und die Stabilität (Homogenität) nicht gewährleistet ist. Eine Verwendung von Extrudaten kann bei bestimmten Tierarten ernährungsphysiologisch von Vorteil sein, da die im Ausgangsprodukt enthaltene Stärke technologisch bedingt weitgehend aufgeschlossen wurde.
| Pellet | Extrudat | Mehl / Puder | |
| Stabilität der Matrix | ausgezeichnet | ausgezeichnet | schlecht |
| Homogenität | ausgezeichnet | ausgezeichnet | mittel bis schlecht |
| Fütterung / Darreichung | sehr einfach | einfach | schwierig |
| Haltbarkeit | sehr gut | ausgezeichnet | schlecht |
| Staubanteil | sehr gering | mittel bis gering | sehr hoch |
| Akzeptanz | sehr hoch | sehr hoch | sehr gering |
| Fütterungskontrolle | kontrolliert | kontrolliert | unkontrolliert |
| Restfeuchtigkeit | < 12% | < 10% | < 14% |
| Mikrobielle Stabilität | hoch | sehr hoch | sehr gering |
| Keimstatus in KbE/g | 103 bis 105 | 102 bis 104 | 103 bis 105 |
| Futteraufnahme | normal | hoch | gering |
3.) Produktbilder:
a) Pelletierte Produkte
b) Extrudierte Produkte:

