Grundsätzlich ist eine Einmischung von Substanzen sowohl in Standard- als auch in Sonderdiäten, bestehend aus gereinigten Rohstoffen, möglich.
Standarddiäten basieren auf biologischen Rohstoffen wie z.B. Weizen-, Mais- und Sojaprodukten, die sehr unterschiedliche Beschaffenheiten aufweisen. Zur Erzielung einer optimalen Vermischung (Homogenität) und der Gewähr eines Höchtsmaßes an Mischgenauigkeit, Minimum 1:100.000 mit einer zulässigen Toleranz von weniger als +/-10ppm (pharmazeutischer Standard), benötigt man unter optimalen Bedingungen Rohstoffe annähernd gleicher spezifischer Massen, Volumina und Oberflächenbeschaffenheiten.
Diese Eigenschaften sind bei der Verwendung von Standarddiäten nicht
gegeben, da die Differenzen o.g. Parameter insbesondere zwischen sehr fein-vermahlenen Getreidesorten und Getreideneben-produkten, z.B. Rohfaserträger wie Weizenkleie etc., stark unterschiedlich sind. Hinzu kommen nativ bedingte potentielle Störfaktoren innerhalb der biologischen Rohstoffe, die bei Experimenten mit Prüfsubstanzen ausgeschlossen werden sollten.
Für verlässliche, reproduzierbare Ergebnisse empfehlen wir daher für Substanzeinmischungen die Verwendung von "Purified"-Sonderdiäten, basierend auf gereinigten und/oder chemisch-definierten Rohstoffen. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Säure-hydrolisiertes oder Alkohol-extrahiertes Casein, aufgereinigte Maisstärke sowie Saccharose, mikro-kristalline Cellulose und raffinierte Öle oder Fette.
Aufgrund der Beschaffenheit dieser Rohstoffe ist ein weitaus höheres homogenes Mischergebnis zu erwarten, was gerade bei Einmischungen von Testsubstanzen im ppb / ppm-Bereich den Erfolg des Experiments gewährleistet.
Chemisch-physikalische Eigenschaften der Testsubstanzen
Bei der Pellet-Pressung (Pelletierung) können kurzzeitig (<1 Sekunde) Temperaturen von 50° bis 70°C an der Oberfläche der Presslinge (Pellets) entstehen, technologisch bedingt durch auftretende Reibungswärme. Dies sollte vorab bekannt sein und bereits bei der Planung des Experiments berücksichtigt werden, um bei hitzelabilen Substanzen eventuell die Einbringung höherer Gehalte zu diskutieren, um Verluste vorab auszugleichen bzw. eine quantitative Analyse vor Applikation der Diät an die Tiere einzuplanen.
Ferner sollten chemische Informationen über das Löslichkeitsverhalten der spezifischen Substanz vorliegen und an uns kommuniziert werden, so z.B. die Löslichkeit in Wasser, Ölen oder anderen (unbedenklichen) Lösungsmitteln sowie die Temperaturen, bei denen die Substanz in Lösung geht. Möglichkeiten zur Herstellung einer Vormischung (Pre-Mix mit der gelösten Substanz) sollte unbedingt bedacht werden, da hierdurch die Mischgenauigkeit um ein Vielfaches erhöht werden kann.
Etwaig labile Substanzen, die eine besondere Lagerung benötigen (spezielle Lagertemperaturen oder andere angepasste Umgebungsvariablen), sollten bei Versand immer mit einem entsprechenden Vermerk gekennzeichnet sein! Bitte bedenken Sie auch oxidative Einflüsse bzw. mögliche chemische Derivatisierungs- oder Reaktionstendenzen, die bereits vor, während oder im Anschluß an die Produktion auftreten könn(t)en. Grundsätzlich empfiehlt es sich Diäten mit Substanzeinmischungen in licht- und luftgeschützte Vakuumeinheiten (à 1kg) zu verpacken. Diese Maßnahme bringt zusätzliche Sicherheit und erleichtert das Handling innerhalb der Tierhaltung aufgrund kleiner Verpackungsgrößen.
Substanzen sollten möglichst nicht ohne entsprechende Begleitpapiere versendet werden, so dass (wenn verfügbar) ein MSDS (Material Safety Data Sheet, Sicherheitsdatenblatt) beigelegt werden sollte, sowie, wenn bereits erfolgt, ein Bezug zu vorangegangenem Schriftverkehr hergestellt werden sollte.
Bitte geben Sie bei Mischanweisungen stets die tatsächlich einzumischende Menge der Substanz bzw. Massenprozentangaben an. Bei pharmazeutisch-aktiven Substanzen (Wirkstoffe) handelt es sich oftmals um Vormischungen oder Verdünnungen, so dass unklar ist, ob sich (z.B. bei einer fiktiven Angabe von 100ppm) die Mengenangabe auf den Wirkstoffgehalt oder die tatsächlich einzumischende Menge bezogen auf die Vormischung handelt.
Selbstverständlich werden wir bei Unklarheiten den unmittelbaren Kontakt zum Wissenschaftler suchen, um Missverständnisse auszuschließen. Im Normalfall gehen wir jedoch vom Wirkstoffgehalt aus!
Bei der Pelletierung (An- und Ausfahren der Presse) entsteht ein Pressverlust von ca. 1-2kg. Um eine Produktionsmenge von 10kg zu erhalten wird demnach ein Ansatz von 12kg benötigt - bitte kalkulieren Sie dies ebenfalls beim Versand der Substanz an uns ein.
Wir hoffen Ihnen mit diesen Informationen einen kurzen Leitfaden mit notwendigen Informationen zur Herstellung von Diäten mit Substanzeinmischungen zur Verfügung gestellt zu haben. Gerne stehen Ihnen unsere Wissenschaftler bereits während der Planungsphase beratend zur Seite - sprechen Sie uns bitte an,
wir freuen uns auf Sie!
Prüfdiäten mit Substanzeinmischungen
Spezifikationen
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Für wissenschaftliche Fragen und Beratung stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
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