Der Ursprung der Western Typ Diäten liegt in den 70er Jahren. Zu diesem Zeitpunkt benötigten amerikanische Wissenschaftler fettreiche Spezialfuttermittel, denen hohe Gehalte an Fetten sowie Cholesterin hinzugefügt wurden. Die damalige Produktionstechnologie verhinderte die Konzeption derartiger Spezialmischungen auf Basis reiner "Purified" Diäten, die aus gereinigten und chemisch-definierten Ausgangsstoffen bestehen. Aus diesem Grund wurden die Western Typ Diäten basierend auf Standarddiäten mit cerealischen Rohstoffen konzipiert, denen Fett und Cholesterin sowie teilweise gereinigte Rohstoffe wie Casein und Maisstärke hinzugefügt wurden, um eine Pressfähigkeit (Pelletierbarkeit) zu ermöglichen.
Western Typ Diäten sind demnach vom Prinzip her Semi-Purified Diäten, die neben Getreideprodukten wie Soja, Mais und Weizen auch Casein, Saccharose, Maisstärke, Cellulose und bestimmte Fettträger (Milchfett, Schweineschmalz etc.) und hohe Gehalte an Cholesterin, meist >1%, enthalten.
Sehr häufig werden derartige Diäten auch heute noch nachgefragt, wobei deren Verwendung nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Gerade cerealische Produkte unterliegen nativ bedingten großen Schwankungen hinsichtlich deren nutritiven Parameter, abgesehen von potentiell vorhandenen biologischen Störfaktoren, die im spezifischen Experiment ausgeschlossen werden sollten.
Neueste Produktionstechnologien und Diäten-Formulierungen erlauben die Pelletierung von hoch-fetthaltigen Produkten über einen Rohfettgehalt von 30% hinweg, so dass die Verwendung von Western Typ Diäten im Grunde genommen als obsolet zu betrachten ist. Vielmehr sollte der Einsatz von Sonderdiäten auf Basis gereinigter Rohstoffe in Betracht gezogen werden, denen exakt spezifizierte Anteile an bestimmten Fetten (Fettsäurespektrum) hinzugefügt werden und die über einen definierten Protein und Rohfasergehalt verfügen und zudem durch eine spezifische Kohlenhydratfraktion charakterisiert sind. Diese Sonder- oder Experimentaldiäten sind in allen ernährungsphysiologisch wichtigen Bestandteilen mit weitaus höherer Genauigkeit anpassbar, so dass der Erfolg und v.a. die Reproduzierbarkeit des Experimentes in weitaus höherem Maße gewährleistet werden kann.
Sehr oft wird in gängiger Literatur noch auf den Einsatz von Western Typ Diäten verwiesen, so dass sie derartige Diäten auf Wunsch selbstverständlich jederzeit gerne von uns erhalten können. Die Serie der beschriebenen Western Typ Diäten ist nahezu unüberschaubar. Von der Variation eingesetzter Cholesterin-Gehalte bis hin zu den verwendeten Fettträgern (von Maiskeimöl über Sojaöl bis hin zu Kokosfett, Milchfetten und Schweineschmalz) ist nahezu jegliche Formulierung vorhanden.
Wir empfehlen eine Western Typ Diät mit 19.5% Casein, 21% Fett (vorzugsweise Milchfett oder Schweineschmalz) und einem Cholesteringehalt von 0.15%. Einige spezifische Mäusestämme reagieren sehr sensibel auf hohe (oftmals letale) Gehalte an Cholesterin, so dass wir einen bewusst niedrigeren Wert von 0.15% reinem Cholesterin im Endprodukt empfehlen.
Spezifikation der empfohlenen Western Typ Diät
Die Möglichkeiten der Anpassung, ebenso wie die Formulierung typischer Diäten auf Basis von reinen Purified-Sonderdiäten, sind enorm. Bitte sprechen Sie mit unseren Wissenschaftlern, wir beraten Sie gerne.
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